Kanshin ryū Iaijutsu/Kenjutsu

Die Kanshin ryū führt ihren Ursprung auf die Person des berühmten Generals Minamoto no Yoshitsune (1159  – 1189) zurück.

Yoshitsune war ein General des Minamoto (oder auch Genji genannten) Clans in der späten Heian bzw. frühen Kamakura Periode.

Yoshitsune ist eine in Japan sehr bekannte Persönlichkeit mit hoher Legendenbildung um sein Leben und seine Taten.

So soll er laut einer Legende  auf dem Berg Kurama von tengu (japanischen Fabelwesen) Schwertkampf gelernt haben.

Fest steht, dass neben den beiden Schreinen Kashima Jingu und Katori Jingu in der Kanto Region, auch der buddhistische Tempelbezirk Kurama dera im Norden von Kyoto eines der maßgeblichen Zentren der Schwertkunst war.

Eine herausragende Persönlichkeit seiner Zeit in dieser Region war Kiichi Hogen. Auf ihn gehen die 8 Schulen der Kurama Kyohachi ryū zurück.

Dazu gehörten die Schulen der Hogen ryū, Kiichi ryū, Kurama ryū, Yoshioka ryū, Suwa ryū, Kyo ryū und der Yoshitsune ryū.

Heute noch lebendig ist die Kurama ryū sowie die Kanshin ryū, welche sich als Nachfolger der Yoshitsune ryū präsentiert.

Die Yoshioka ryū existiert zwar nicht mehr, wurde aber bekannt durch die berühmte Vendetta gegen Miyamoto Musashi, dem Begründer der Niten Ichi ryū.

Yoshitsune soll seine Kampfkunst an die Familie Yuri in Oshu weitergegeben haben.

Der dritte Sôke, Yuri Gyobu Masatoshi, ging nach Aki no kuni (heute Teil der Hiroshima Präfektur). In der Genki Zeit (1570-72)  gab er den Stil an Shishido Shisen Ietoshi weiter.

Dieser nannte das Gelernte erstmals Kanshin ryū.

Ob die Kanshin ryū tatsächlich die direkte Linie der Yoshitsune ryū ist oder aber eine der vielen Misch-Traditionen die aus der Kyohachi ryū entstanden ist und somit ca. 1570 von Shishido Shisen Ietoshi (4.Sôke nach Yoshitsune) zusammengefasst wurde, ist heute nicht mehr nachvollziebar.

Vorstand der Schule in der 17. Generation ist Fukuhara Yoshitaka.

Die Kanshin ryū ist außerhalb Japans nicht sehr bekannt und folglich auch nicht weit verbreitet. Inerhalb Japans existieren hingegen einige dojo, das hombu dojo und 3 weitere shibudojo. Mitglieder der ryū nehmen regelmäßig an kleinen, aber auch den großen gesponserten embu der großen Kobudo-Vereinigungen teil.

Das Curriculum der Schule umfasst:

  • Kenjutsu (Odachi – Kodachi)
  • Iaijutsu (Odachi)
  • Jojutsu (Langstab)
  • Kusarigama (Kettensichel)

Laut derzeitigen Informationen des Autors gibt es nur ein Dojo außerhalb Japans in dem momentan offiziell Kanshin ryū trainiert werden kann:

http://www.yoshinkan-dojo.de/kanshin.html

Tim Weigel aus dem Yoshinkan Dojo Itzehoe wurde 2009 offiziell in die Kanshin ryū eingeführt und erhielt im Februar 2010 die Erlaubnis das Gelernte weiterzugeben.  Das dojo ist allerdings noch kein repräsentatives shibu dojo, sondern lediglich eine Studiengruppe.

Kanshin ryū Japan: http://www.mable.ne.jp/~kansinryu/                                   Kanshin ryū im Nihon kobudo kyokai: http://www.nihonkobudokyoukai.org/martialarts/046/

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