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Allgemeines

Die Tenshinshô Jigen ryû Hyôhô wurde formell im frühen 15. Jahrhundert während der Eishô Epoche (Muromachi Periode; 永正室町時代, 1504–1521) von einem Samurai namens Kaiso Setoguchi Bizen no Kami Masamoto gegründet und ist somit eine der ältesten japanischen Kampfkunstschulen, die bis heute in ungebrochener Tradition überliefert sind.

Die Wurzeln dieser Schule lassen sich in der japanischen Geschichte bis zu Jigensai Kazutô Jiichibô, dem Gründer der Jôkô ryû Kashima no Tachi Hakugen ryû (上古流鹿島之太刀白源流), während der Regierungszeit von Kaiser Suzaku (朱雀天皇), ins 2. Jahr Johei (承平) / 931 n.Chr. zurückverfolgen. Ihre gesamte Geschichte umfasst somit einen Zeitraum von über 1000 Jahren.

Die Tenshinshô Jigen ryû Hyôhô nutzt das japanische Schwert als Hauptwaffe, was durch intensives Training von Iaijutsu (居合術) und Kenjutsu (剣術) Ausdruck findet. Neben dem Umgang mit dem Katana enthält der Lehrplan der Tenshinshô Jigen ryû Hyôhô auch

  • Jûjutsu (柔術)
  • Sôjutsu (槍術) und
  • Nagamaki (長巻)
Ueno Kagenori Genki, 28. Sôke (links) und Ueno Takashi Dôshin, 29. Sôke (rechts)

Ueno Kagenori Genki, 28. Sôke (links) und Ueno Takashi Dôshin, 29. Sôke (rechts)

Charakteristika

Das Hauptmerkmal der Schule ist “Ichinotachi no Gokui”, das Geheimnis des ersten Schnitts, welches im “Tenchiichi no Tachi”, dem geheimen Schwert des Himmels und der Erde liegt.

Seine einzigartige Form, die “Jigen ryû Tombo no Kamae”, wird wie folgt ausgeführt: das Schwert wird auf der Zentrumlinie des Körpers hoch über den Kopf gehalten, wobei die Schwertspitze direkt zum Himmel zeigt.

Ichinotachi, der erste Schnitt, wird aus dieser „Form der Libelle“ ausgeführt. Indem man die Gravitation, eine Veränderung des Gleichgewichts und genaue Techniken nutzt, wird schon beim ersten Schnitt eine enorme Kraft freigesetzt.

Philosophie

Die Philosophie der Tenshinshô Jigen ryû liegt im Stolz auf “die fünf Tugenden”:

  • „Jin” (仁, Menschlichkeit)
  • “Gi” (義, Gerechtigkeit)
  • “Rei” (礼, Anstand)
  • “Chi” (智, Weisheit) und
  • “Shin” (信, Vetrauen)

Darüber hinaus soll ein Geist der Schlichtheit und Stärke entwickelt werden. Die fünf Tugenden werden durch verschiedene Teile des japanischen Schwerts repräsentiert:

  • “Jin” – durch die Tsuka (柄, Griff)
  • “Gi” – durch die Saya (鞘, Scheide)
  • “Rei” – durch die Tsuba (鍔, Stichblatt)
  • “Chi” – durch die Kazari (飾り, Ornamente)
  • “Shin” – durch die Sageo (下げ緒, Schwertschnur)

Der schlichte und starke Geist wird oft durch “Shitsu Jitsu Gô Ken” (質実剛健) ausgedrückt und kann mit “Ungerührt und aufrichtig, mit Kraft und Nachdruck” übersetzt werden.

Trainingsmöglichkeiten

Neben einigen wenigen Trainingsgruppen in den USA, ist das Tenshinshô Jigen ryû Dôkôkai München derzeit die einzige offiziell anerkannte Trainingsmöglichkeit außerhalb Japans.

Weitere Informationen und Details über die Tenshinshô Jigen ryû finden sich online unter:
www.jigenryu.de

(Text: Stefan Filus, Tenshinshô Jigen ryû)