Hontai Yōshin ryū
Die Schule wurde gegründet von Takagi Oriemon (geboren 1635) und wurde anfangs unter dem Namen Hontai Yōshin ryū Takagi ryū geführt. Näheres zur Geschichte der Schule auf der unten angeführten Homepage unter „Geschichte des Hontai Yōshin ryū“.  Eine detaillierte Beschreibung der Schule ist in der Artikelserie von Guy Buyens Sensei auf www.koryu.com zu finden.
Die Schule ist offiziell als Koryu vom Nihon Kobudō Kyōkai anerkannt. Heute steht sie unter der Leitung des 19. Sōke Inoue Kyoichi in ununterbrochener Folge seit dem Gründer Takagi Oriemon.

Das Training gliedert sich wie folgt:

  • Toshu no Kata: unbewaffnete Abwehr von Kontakt- und Schlagangriffen, Tanto und Katana
  • Emono Kata: Technikformen mit Chobo, Hanbo, Kodachi und Bokken, sowie Hontai Yoshin Ryu Iaijutsu

Von Honbu-Dōjō in Japan ausgehend gibt es in Europa heute folgende offizielle Vertretungen:

  • Italien
  • Belgien
  • England
  • Finnland
  • Estland

Einmal jährlich findet der „European Taikai“ statt, an dem die europäischen Praktizierenden der Schule gemeinsam unter Anleitung des Sōke und der Branch Heads trainieren.  Darüber hinaus besucht Inoue Sōke die einzelnen Länder regelmäßig.
Das Dojo in Bayreuth, dem einzigen Platz in Deutschland wo HYR geübt werden kann, gehört organisatorisch zum Hontai Yōshin ryū Italien und wird von Stelvio Sciutto Sensei, 6. Dan/ Okuden Lehrstufe betreut.

Nähere Informationen zum Training in Bayreuth, Deutschland: www.taidokan-bayreuth.de
Offizielle Homepage des Honbu-Dōjō: www.hontaiyoshinryu.com
Hontai Yōshin ryū im Nihon Kobudō Kyōkai: http://www.nihonkobudokyoukai.org/martialarts/013/

Tenjin Shinyō ryū

Die Tenjin Shinyō ryū geht auf Iso Matauemon Ryūkansai Minamoto Masatari (1787-1863) zurück und wurde 1810 begründet. Als eine der Ursprungsschulen des Kōdōkan Jūdō zählt die Schule zu den bedeutensten Schulen der späten Tokugawa-Zeit und basiert auf den Techniken der Yōshin ryū und Shin no Shindō ryū.

Das Curriculum der Tenjin Shinyō ryū umfasst über 130 Übungsformen. Durch die Kombination starker Tritte und Schläge  (sappō) mit Wurf-, Halte- und Würgetechniken gestaltet sich das System als kraftvolle ryūha. Neben dem waffenlosen Nahkampf (sude) wird der Umgang mit Schwert (tachi), Kurzschwert (kodachi) und Schwertfänger (jutte) gelehrt. Darüber hinaus gehört das Tenjin Shinyō ryū Jūjutsu zu den wenigen noch erhaltenen Stilrichtungen, in denen traditionelle Reanimationsverfahren (kappō) vermittelt werden. Das Training beruht wesentlich auf der Übung festgeschriebener kata, wozu Technikserien wie shodan, chūdan, nagesute und shiai-ura gezählt werden. Durch die stete Wiederholung der Form werden Körper und Geist geschult sowie mentale Fertigkeiten für den Zweikampf ausgebildet. Umgesetzt werden die erlernten Methoden zudem im charakteristischen Freikampf (randori) der Schule.

Das Curriculum der Schule umfasst:

  • Jūjutsu
  • Kenjutsu (Tachi/Kodachi)
  • Juttejutsu
  • Kappō

Zur Geschichte der Tenjin Shinyō ryū

Im Alter von 15 Jahren begann Iso Matauemon (Okayama Hachirōji) mit dem Studium der Akiyama Yōshin-ryū unter Hitotsuyanagi Oribe. Nach dessen Tode erlernte er Shin-no-Shindō-ryū unter Honma Jōuemon und meisterte die Geheimnisse (okugi) der Schule.

Die Yōshin-ryū wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von Akiyama Shirōbei Yoshitoki, einem Arzt aus Nagasaki, gestiftet. Die Maxime der Stilrichtung war das Urprinzip der Flexibilität. Als Vorbild diente der Weidenbaum, dessen schneebedeckte Äste ohne zu Brechen der Last nachgeben. Wenige Jahrzehnte später begründete Yamamoto Tamiza Hideya als dōshin-Wache am Schloss von Ōsaka die Shin-no-Shindō-ryū. Nach dem Studium der Yōshin-ryū unter Ōe Senbei reduzierte er die Techniken für sein System von 303 auf 68 kata.

Nachdem Iso Matauemon das Studium der Geheimlehren abgeschossen hatte, bereiste er die japanischen Provinzen, um seine Fertigkeiten mit den Meistern anderer Lehnsterritorien (han) im Duell zu messen. Der Überlieferung zufolge bleib er unbesiegt. So heißt es, dass er auf seinen Reisen in einen Kampf mit einhundert Gegnern verwickelt wurde, wodurch er die Bedeutung von Schlägen und Tritten erkannte. Daraufhin entwickelte Iso Matauemon shin-no-ate, spezifische Tritt- und Schlagtechniken auf physiologisch schwache Punkte des Körpers. Er kombinierte die Lehren der Yōshin-ryū und der Shin-no-Shindō-ryū mit seinen eigenen Erfahrungen und schuf unter dem Prinzip der Effektivität ein unverwechselbares Jūjutsu-System.

Am Schrein Kitano Tenman-gū in Kyōto beobachtete er im Gebet versunken einen Weidenbaum, dessen Äste sich im Winde wogen. Hierbei erlangte er Erleuchtung, die ihn zur Formulierung folgender Grundprinzipien führte: Mit fehlerfreier Haltung und flexiblem Körper gilt es, die Kraft des Gegners umzuwandeln und sein Gleichgewicht zu brechen. Dadurch sollen Schwachpunkte erzeugt und der Gegner kontrolliert werden. Daher ist jede einzelne Technik mit höchster Konzentration und Geistesgegenwart auszuführen. Infolge dieser Einsicht gab er seiner Schule den Namen: Tenjin Shinyō-ryū. Dazu kombinierte er den Begriff tenjin (göttliche Eingebung) mit den Namenselementen shin von Shin-no-Shindō-ryū und von Yōshin-ryū.

Später eröffnete Iso Matauemon in Edo ein Dōjō und unterrichtete dort über 5.000 Schüler. Ferner dozierte er am Kōbusho, der einflussreichen Militärakademie des Tokugawa-Shogunats. In der ausgehenden Edo-Periode zählte das Tenjin Shinyō ryū zu den bedeutendsten ryūha unter den etwa 170 existierenden Jūjutsu-Schulen.

Im Jahre 1877 schrieb sich Kanō Jigorō in die Tenjin Shinyō ryū ein. Zunächst lernte er unter Fukuda Hachinosuke, später unter Iso Matauemon Masatomo (3. sōke). Fünf Jahre später gründete Kanō auf Grundlage der Tenjin Shinyō ryū und der Kitō Midare-ryū das Kōdōkan Jūdō. Noch heute ist der Einfluss der Tenjin Shinyō ryū auf das Jūdō zu erkennen, so etwa in Wurftechniken wie seoinage oder in den Formen kime-no-kata und itsutsu-no-kata.

Mit dem fünften Oberhaupt, Iso Matauemon Masayuki, verlosch die sōke-Linie der Tenjin Shinyō ryū. Das legitime Oberhaupt in der sechsten Generation der Schule ist Kubota Toshihiro (shihanke), welcher die Tradition von Sakamoto Fusatarō erlernte. 1987 gründete Kubota-shihanke den Tenyōkai und das heutige Dōjō in Tōkyō. Das Shinmyōkan-Dōjō pflegt intensive Kontakte zum Tenyōkai und Nihon Kobudō Shinkōkai in Japan.

Quelle des Textes: http://www.shinmyokan.de/tenjin-shinyo-ryu.html

Tenjin Shinyō ryū kann wie die Ono-ha Itto ryū im Shinmyokan Dojo in Bonn studiert werden. Nähere Informationen finden sich auf der Seite des Dojo: http://www.shinmyokan.de

Shindō Yōshin ryū

Die ursprüngliche Shindō Yōshin ryū geht auf Matsuoka Katsunosuke zurück und wurde um Jahre 1864 begründet. Matsuoka hatte vor der Gründung ein Dojo in Edo, genauer gesagt im Stadtteil Asakusa, wo er Tenjin Shinyō ryū Jūjutsu unterrichtete. Nach einigen Jahren hat er aber erkannt, dass der militärische Charakter der Schulen scheinber verloren gegangen sei und so kombinierte er sein Können im Kenjutsu und Jūjutsu und gründete daraufhin die Shindō Yōshin ryū.

In 1895 spaltete sich die Shindō Yōshin ryū in zwei Linien, der Hauptlinie und der Ôbata-ha Shindō Yōshin-ryū, benannt nach einem von Schüler Matsuokas, Ôbata Shigeta. Matsuoka starb im Alter von 62 Jahren im Jahre 1898. Da er keinen männlichen Erben hatte, ging die Schule an Inose Matakichi, einen Schüler Matsuokas. Einzige Bedingung war, das, sobald Matsuokas Enkel Tatsuo das Erwachsenenalter erreicht hatte, die Schule wieder in die Hände der Familie Matsuoka gelegt werden würde. Dieses geschah dann im Jahre 1917.

Takamura-ha Shindō Yōshin ryū

Die Takamura-ha Shindō Yōshin ryū geht auf Ôbata Yukiyoshi zurück, dem Enkel von Ôbata Shigeta. Dessen Vater starb während des Zweiten Weltkrieges und konnte die Schule somit nicht weiterführen. Daher ging die Schule an Ôbata Yukiyoshi. Nach dem Krieg ging dieser für kurze Zeit (so vermutet man) nach Schweden, wo er wieder den Namen seiner Mutter, Takamura, annahm. Nach einiger Zeit führte in sein Weg in die USA. Hier fand er eine Gruppe von Schülern und änderte den Namen seiner Schule im Jahre 1968 in Takamura-ha Shindō Yōshin ryū. Takamura starb 2000 im Alter von 72 Jahren. Er bestimmte drei menkyo kaiden in Takamura-ha Shindō Yōshin ryū. Diese waren Takagi Iso in Ôsaka, David Maynard in Großbritannien und Tobin E. Threadgill in den USA. Takagi und Maynard haben sich 2003 aus dem Lehrgeschäft zurückgezogen und die Verwaltung der Schule ging an Threadgill.

Das Curriculum der Schule umfasst:

  • Kenjutsu
  • Jūjutsu

Nähere Informationen zur Schule gibt es hier: http://www.shinyokai.com

Über die deutsche Vertretung finden sich hier Informationen: http://www.shinyokai.com/Dojos_Deutschland.htm

Wer Interesse hat, dem sei dieses Interview mit Takamura-sensei ans Herz gelegt: http://www.shinyokai.com/Takamura%20interview.pdf

Kanshin ryū Iaijutsu/Kenjutsu

Die Kanshin ryū führt ihren Ursprung auf die Person des berühmten Generals Minamoto no Yoshitsune (1159  – 1189) zurück.

Yoshitsune war ein General des Minamoto (oder auch Genji genannten) Clans in der späten Heian bzw. frühen Kamakura Periode.

Yoshitsune ist eine in Japan sehr bekannte Persönlichkeit mit hoher Legendenbildung um sein Leben und seine Taten.

So soll er laut einer Legende  auf dem Berg Kurama von tengu (japanischen Fabelwesen) Schwertkampf gelernt haben.

Fest steht, dass neben den beiden Schreinen Kashima Jingu und Katori Jingu in der Kanto Region, auch der buddhistische Tempelbezirk Kurama dera im Norden von Kyoto eines der maßgeblichen Zentren der Schwertkunst war.

Eine herausragende Persönlichkeit seiner Zeit in dieser Region war Kiichi Hogen. Auf ihn gehen die 8 Schulen der Kurama Kyohachi ryū zurück.

Dazu gehörten die Schulen der Hogen ryū, Kiichi ryū, Kurama ryū, Yoshioka ryū, Suwa ryū, Kyo ryū und der Yoshitsune ryū.

Heute noch lebendig ist die Kurama ryū sowie die Kanshin ryū, welche sich als Nachfolger der Yoshitsune ryū präsentiert.

Die Yoshioka ryū existiert zwar nicht mehr, wurde aber bekannt durch die berühmte Vendetta gegen Miyamoto Musashi, dem Begründer der Niten Ichi ryū.

Yoshitsune soll seine Kampfkunst an die Familie Yuri in Oshu weitergegeben haben.

Der dritte Sôke, Yuri Gyobu Masatoshi, ging nach Aki no kuni (heute Teil der Hiroshima Präfektur). In der Genki Zeit (1570-72)  gab er den Stil an Shishido Shisen Ietoshi weiter.

Dieser nannte das Gelernte erstmals Kanshin ryū.

Ob die Kanshin ryū tatsächlich die direkte Linie der Yoshitsune ryū ist oder aber eine der vielen Misch-Traditionen die aus der Kyohachi ryū entstanden ist und somit ca. 1570 von Shishido Shisen Ietoshi (4.Sôke nach Yoshitsune) zusammengefasst wurde, ist heute nicht mehr nachvollziebar.

Vorstand der Schule in der 17. Generation ist Fukuhara Yoshitaka.

Die Kanshin ryū ist außerhalb Japans nicht sehr bekannt und folglich auch nicht weit verbreitet. Inerhalb Japans existieren hingegen einige dojo, das hombu dojo und 3 weitere shibudojo. Mitglieder der ryū nehmen regelmäßig an kleinen, aber auch den großen gesponserten embu der großen Kobudo-Vereinigungen teil.

Das Curriculum der Schule umfasst:

  • Kenjutsu (Odachi – Kodachi)
  • Iaijutsu (Odachi)
  • Jojutsu (Langstab)
  • Kusarigama (Kettensichel)

Laut derzeitigen Informationen des Autors gibt es nur ein Dojo außerhalb Japans in dem momentan offiziell Kanshin ryū trainiert werden kann:

http://www.yoshinkan-dojo.de/kanshin.html

Tim Weigel aus dem Yoshinkan Dojo Itzehoe wurde 2009 offiziell in die Kanshin ryū eingeführt und erhielt im Februar 2010 die Erlaubnis das Gelernte weiterzugeben.  Das dojo ist allerdings noch kein repräsentatives shibu dojo, sondern lediglich eine Studiengruppe.

Kanshin ryū Japan: http://www.mable.ne.jp/~kansinryu/                                   Kanshin ryū im Nihon kobudo kyokai: http://www.nihonkobudokyoukai.org/martialarts/046/

Shintô Musô ryû

Die Shintô Musô ryû geht auf Musô Gonnosuke zurück und wurde um das Jahr 1605 begründet. Musô Gonnosuke studierte Tenshin Shôden Katori Shintô ryû und wurde ebenfalls bekannt durch sein Duell mit Miyamoto Musashi, dem Begründer der Niten Ichi ryū. Manche Quellen behaupten, dass sowohl Musashi als auch Gonnosuke Schüler der TSKSR waren und es am Katori Jingû, dem Shinto-Heiligtum in der heutigen Präfektur Chiba, zum Duell beider gekommen sei.

Die Shintô Musô ryû ist in erster Linie bekannt für ihr Jôjutsu, dem Kampf mit dem 128cm langen Holzstock. Im Laufe der Jahrhunderte wurden der Shintô Musô ryû aber weitere Schulen und deren Waffengattungen hinzugefügt (fuzoku ryuha). Dazu zählen die folgenden:

Isshin ryū Kusarigamajutsu (Kampf mit der Kettensichel)
Ikkaku ryū Juttejutsu (Kampf mit dem Klingenfänger)
Shintō ryū Kenjutsu (Schwertfechten)
Uchida ryū Tanjōjutsu (Gehstock-Techniken)
Ittatsu ryū Hojōjutsu (Fesselungstechniken)

Diese Schulen werden dem Schüler aber erst im Laufe seiner Entwicklung und einem gewissen Grad an Fortschritt im Umgang mit dem Jô gezeigt.

Shintô Musô ryû kann in verschiedenen Schulen in Deutschland praktiziert werden. Wer einen guten Einblick in die Schule haben möchte, dem sei die DVD Two or three things I know about Budô von Pascal Krieger, einem Vorreiter für Shintô Musô ryû in Europa, empfohlen.

Für weitere Informationen über die Shintô Musô ryû: http://www.fej.ch/en/news.htm

Mugai ryū

Die Mugai ryū ist ein klassischer Stil in dessen Fokus der Umgang mit dem Langschwert steht.

Die Schule wurde 1694 von Tsuji Gettan Sukemochi als eine Synthese aus dem von ihm gelernten Yamaguchi ryū, seinen eigenen Erfahrungen im Kampf und der Ausbildung in der klassischen Literatur und, recht untypisch,  im Zen. Im Alter von 13 Jahren ging er nach Kyôto und wurde Schüler von Yamaguchi Bokushinsai. Mit 26 Jahren bekam er die kaiden-Lizenz als Bestätigung der Meisterung der Yamaguchi ryū. Anschließend führte ihr sein Weg nach Edo, dem heutigen Tôkyô, wo er ein dojo für Schwertkunst eröffnete. Tsuji Gettan Sukemochi starb im Alter von 79 Jahren. Sein Grab befindet sich heute im Stadtteil Shibuya in Tôkyô.

Das Curriculum der Schule umfasst:

  • Kenjutsu (Tachi, Wakizashi)
  • Iaijutsu (Schwertziehen)

Heutzutage gibt es keine direkte Linie der Nachfahren von Tsuji Gettan Sukemochi. Mugai ryū gibt es in den verschiedenen Ausprägungen.

Mugai ryū kann u.a. in Köln im Keizankai Dojo geübt werden, dort als Ausprägung der Mugai ryū Meishi-ha,  sowie im Yoshinkan Dojo in Itzehoe als bestuden, Zusatztechnik zur Moto-ha Yōshin ryū Jūjutsu. Für weitere Informationen:  http://www.iaido-koeln.de/ http://www.yoshinkan-dojo.de

Moto-ha Yōshin ryū Jūjutsu

Die Moto-ha Yōshin ryū geht auf Takagi Oriemon Shigetoshi (1625/35–1711) zurück und ist eine der vielen Linien der von ihm begründeten Takagi Yōshin ryū. Das die ryū niemals wirklich durch „isshi soden“ (Übertragung vom Vater zum Sohn), sondern vielmehr über lizenzierte Schüler weitergegeben wurde, begünstigte die Verzweigung im Laufe ihrer Geschichte. Heute existieren etwa 5-6 unabhängige Zweige dieser Tradition. Yasumoto Akiyoshi (1933-) gründete seinen Zweig der ryū im Jahre 1999. Er steht somit der Moto-ha Yōshin ryū in der 18. Generation vor. Er war menkyo kaiden Schüler von Minaki Saburo, 17. Sōke Hontai (Takagi) Yōshin ryū, Tsutsui Tomotaro, 17. Sôke der Takagi ryū sowie Kanazawa Ichizu menkyo kaidensha. Die Moto-ha Yōshin ryū ist eine Jūjutsu- Schule in deren Fokus suhada Jûjutsu – also Nahkampf ohne Rüstung liegt. Klingenwaffen wie Kurz- Langschwert, Messer sowie Stabwaffen sind ebenfalls Bestandteil der ryū, wobei eine hohe Integration der Waffen untereinander und dem waffenlosen Part besteht.

Minaki sensei und Yasumoto sensei, Tokyo Budokan 1979

Das Curriculum der Schule umfasst:

  • Jujutsu (vorwiegend waffenloser Kampf)
  • Kenjutsu (überwiegend Kodachi – Odachi)
  • Bojutsu (Rokushakubo – Langstab, Hanbo – mittlerer Stab)
  • Tanto (Messer)
  • Torinawa (Fesseltechnik)
  • Katsu (Heil, bzw.Erste Hilfe Technik)

Iaijutsu war ebenfalls Bestandteil der ryū, ist aber im Laufe der Zeit verlorengegangen. In der Hontai Yōshin ryū Linie unter dem 19. Sôke Inoue Kyoichi Muneori wurde kürzlich eine rekonstruierte Version des Iai wieder in das Programm aufgenommen. Yasumoto Akiyoshi unterrichtet allerdings lieber Mugai ryū als betsuden (Zusatz- ryū), da er und einige andere Schüler von Minaki Sôke zum Unterricht beim 11. Sôke Mugai ryū, Nakagawa Shinryu Shinichi, gesandt wurden.

Der Vertreter für diese ryū in Deutschland ist Tim Weigel in Itzehoe. Er ist Uchi Deshi und steht in engem Kontakt zum so-hombu dojo in Japan. Für weitere Informationen: http://www.yoshinkan-dojo.de

Ono-ha Ittō ryū

Die Ono-ha Ittō ryū geht auf Ono Jiroemon Tadaaki (1565–1628) zurück und ist eine der ältesten Linien der Ittō ryū von Ittōsai Kagehisa. Die Ono-ha Ittō ryū ist eine reine Schwertschule in deren Fokus 150 Kata mit dem Lang- und Kurzschwert stehen. Man sagt das die Ono-ha Ittō ryū einen nicht unwesentlichen Anteil an der Entwicklung des modernen Kendo inne hatte. Das besondere der Schule ist das Prinzip der bestimmenden Mittellinie und dem Ausführen eines kiri otoshi, einem Schnitt in das Zentrum des Gegners. Die Ono-ha Ittō ryū nutzt eine spezielle Art von Handschutz, der sogenannten onigote.

In Deutschland gibt es mehrere Gruppen die authorisiert sind Ono-ha Ittō ryū auszuüben. Zum einen die Gruppe um David Bender aus Bonn ( http://www.shinmyokan.de/index.html ), zum anderen der Ono-ha Ittō ryū Freundeskreis ( http://www.onoha-ittoryu.de/index.php ).

Kashima Shin ryû

Die Kashima Shin ryû geht auf Matsumoto Bizen-no-kami zurück und besteht seit nunmehr 500 Jahren in der 19. Generation. Die Kashima Shin ryû ist, wie viele andere Schulen aus der Zeit, unter der Kategorie des sôgô bujutsu zu finden, also einer umfassenden Schule für Kriegskunst, in der nicht nur die Ausbildung des Schwertes im Mittelpunkt stand, sondern auch die des Battojutsu (Schwerziehen), Sojutsu (Speerfechten) sowie Naginatajutsu (Schwertlanze). Darüberhinaus gibt es Ura-Techniken, die nur den höheren Schülern der Schule offenbart werden. Bekannt wurde die Kashima Shin ryû hierzulange durch das Buch “Legacies of the Sword” von Dr. Karl Friday, einem Lehrer der Kashima Shin ryû. Der jetzige Soke, Dr. Seki Humitake, ist direkter Nachfolger von Kunii Zen`ya, einem der berühmtesten Kampfkünstler des letzten Jahrhunderts.

Das Curriculum der Schule umfasst:

  • Kenjutsu (Odachi – Kodachi)
  • Battojutsu (Odachi)
  • Bojutsu (Langstab)
  • Jojutsu (Kurzstab)
  • Jujutsu (Selbstverteidigung)
  • Naginatajutsu (Schwertlanze)
  • Sojutsu (Speerfechten)
  • Shurikenjutsu (Wurfbolzen)

Das deutsche Shibu der Kashima Shin ryû befindet sich in Frankfurt. Darüber hinaus gibt es eine weitere Trainingsgruppe in Dresden. Für weitere Informationen: http://www.kashima-shinryu.de

Niten Ichi ryū

Die Niten Ichi ryū wurde im 17. Jahrhundert von Miyamoto Musashi begründet. Bekannt wurde er im Westen durch den Roman Musashi von Eiji Yoshikawa, welcher auch nicht unwesentlich beteiligt war an der Popularität Musashis. Fälschlicherweise glauben viele das Musashi der Begründer des Nito ist, also dem Kampf mit zwei Schwertern. Es gab bereits früher Schulen, wie die Tenshin Shōden Katori Shintō ryū, welche den Umgang mit zwei Schwertern lehrten. Musashi, auch bekannt durch das “Buch der fünf Ringe” Gorinnosho, hat jedoch auch besonderen Wert auf diese Art des Schwertkampfes gelegt, da er der Meinung war, dass zwei Hände (defacto zwei Schwerter) auch nach ihren Möglichkeiten genutzt werden sollten.

Das Curriculum der Schule umfasst:

Itto Seiho (Ein-Schwert-Techniken) – 12 Formen gegen Langschwert

Kodachi Seiho (Kurzschwert-Techniken) – 7 Formen gegen Langschwert

Nito Seiho (Zwei-Schwert-Techniken) – 5 Formen gegen Langschwert

Darüber hinaus gibt es auch Techniken mit dem Stab (Bojutsu), der Jutte (Juttejutsu) und dem Messer (Aikuchi). Diese Formen gehören aber zu den Okuden-Kata und werden nicht auserhalb Japans unterrichtet.

(Quelle: www.nitenichiryu.de)

In Deutschland existiert seit 2007 eine offizielle Studiengruppe der Niten Ichi ryū in Fulda unter der Leitung von Bernd Schwab. Für nähere Informationen: www.nitenichiryu.de

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